Schritt für Schritt: Windeln richtig wechseln

WORAUF ES BEIM WINDELWECHSELN ANKOMMT

Wenn Sie noch nie eine Windel gewechselt haben, sind Sie nicht alleine – die meisten Ersteltern haben keine Ahnung, wie man richtig wickelt. Wir haben für Sie einige Tipps!

Die Kunst des Wickelns

Hände waschen, Wickelauflage vorbereiten, Pflegeprodukte bereitstellen – nicht nur der Windelwechsel selbst, sondern auch die Vorbereitung ist wichtig. Das Etablieren einer Routine dauert bei frischgebackenen Eltern unter Umständen eine gewisse Zeit, aber mit unserer Anleitung und vielen hilfreichen Tipps wird es Ihnen schon bald leicht von der Hand gehen.

Die Geburt Ihres Babys steht vor der Tür? Als zukünftige Eltern brauchen Sie eine gute Erstausstattung, um auf das Wechseln der Windeln vorbereitet und gut ausgerüstet zu sein. Wir zeigen Ihnen, wie die wichtigste Erstausstattung für das Kinderzimmer aussehen sollte.

Vorbereitung und Ausstattung zum richtigen Wickeln

Der Platz, an dem Sie Ihr Baby wickeln, sollte warm, sauber und trocken sein. Für eine angenehme Umgebungstemperatur können Sie zum Beispiel eine Wickellampe oder einen Heizstrahler nutzen. Legen Sie frische Babykleidung bereit und suchen Sie einen bequemen, flachen Wickelplatz. Dabei ist die richtige Wickelauflage nicht unentscheidend. Wichtig ist, dass die Unterlage oder Decke abwaschbar ist, damit sie frei von Keimen bleibt.

Anschliessend benötigen Sie natürlich eine frische Windel. Zu den wichtigsten Wickel-Utensilien gehört weiters eine Tüte oder ein Windeleimer neben dem Wickeltisch, damit Sie die alte Windel gleich entsorgen können. Zusätzlich empfehlen sich Feuchttücher, mit denen Sie den Babypo schnell, aber gründlich abwischen können. Halten Sie auch eine Creme mit pflegenden Inhaltsstoffen bereit – eventuell sogar Wundschutzcreme oder Fettsalbe. Beides unterstützt die Heilung eines wunden Babypos.

Neugeborene müssen Sie meist öfter wickeln als ältere Kindern, weil sie öfter urinieren – zwischen 8 und 10 Mal pro Tag. Es ist deshalb ratsam, die Windel vor oder sogar nach jeder Mahlzeit zu wechseln. Nächtliches Windelwechseln sollte auf ein Mindestmass reduziert werden.

Anleitung zum Windeln wechseln

Sanft auf dem Wickelplatz ablegen

Legen Sie das Baby auf die Wickelauflage, indem Sie Kopf und Schultern mit der einen Hand halten und den Rücken mit der anderen. Desinfizieren Sie sich vor dem Wickeln noch einmal die Hände.

Anleitung zum Windeln wechseln

Vorsichtig ausziehen und Lage einschätzen

Knöpfen Sie die Babykleidung auf und machen Sie die Beine frei. Öffnen Sie nun die Windel. Bei sehr verschmutzten Windeln ist es sinnvoll, den gröbsten Schmutz abzuwischen, bevor Sie die Windel ganz entfernen. So können Sie gebrauchte Feuchttücher gleich in die volle Windel legen.

Anleitung zum Windeln wechseln

Windeln richtig entsorgen

Bevor die schmutzige Windel entsorgt wird, sollte sie zusammengerollt und mit den Klebebändchen zugeklebt werden. Wenn die gesamte Kleidung gewechselt werden muss, ziehen Sie das Baby komplett aus. Legen Sie deswegen immer eine zweite Garnitur Kleidung in Griffweite bereit.

Sanft, aber dennoch reinigend

Achten Sie darauf, dass Sie den Babypo gründlich reinigen, um sicherzugehen, dass keine Keime zurückbleiben. Benutzen Sie ein extra weiches Tuch, warmes Wasser und einen sanften Waschlappen.

Unser Tipp: Wischen Sie stets von vorne nach hinten. Das ist besonders bei Mädchen wichtig.

Behutsamer Schutz und schonender Umschlag

Tragen Sie an der Stelle, wo Haut auf Haut trifft, eine dünne Schicht Nässeschutz für tagsüber auf und eine etwas dickere Schicht für die Nacht: Bei Mädchen auch an den äusseren Schamlippen und in den Leisten und bei Jungen am unteren Teil des Hodensacks und im Leistenbereich.

Eine neue Windel anlegen

Legen Sie eine frische Windel unter Ihr Baby, sodass die Klebestreifen zu Ihnen zeigen. Klappen Sie den Vorderteil der Windel hoch und legen Sie diesen locker um die Hüfte des Babys. Achten Sie darauf, dass kein Druck entsteht oder die Bewegungsfreiheit Ihres Babys eingeschränkt wird.

Die richtige Windelgrösse

Benutzen Sie die richtige Windelgrösse. Wenn die Nabelschnur noch nicht abgefallen ist, sollte sie unbedeckt bleiben. Dafür müssen Sie unter Umständen die Windel falten. Häufig werden die passenden Windeln auch danach eingestuft, wie aktiv Babys in Ihrer Entwicklung beim Krabbeln sind.

Machen Sie daraus eine schöne Erfahrung

Damit das Windeln wechseln einfacher für Sie beide wird, halten Sie mit Ihrem Baby Augenkontakt und sprechen Sie mit ihm. Manchmal ist zusätzliches Spielzeug wie eine Rassel willkommen. Es ist wichtig, dass Ihr Kind diese täglichen Behandlungen mag und sie mit etwas Angenehmen assoziiert.

Halten Sie Ihr Baby warm

Nun ist das Baby bereit, um wieder angezogen zu werden. Achten Sie darauf, dass die Kleidung den Temperaturverhältnissen entspricht, und denken Sie immer daran, dass kleine Kinder weniger schützendes Körperfett haben, das sie warmhält.

Was gehört in eine Wickeltasche?

Wenn Sie auf Reisen oder einfach nur mal unterwegs sind – die richtigen Utensilien in der Wickeltasche sind das A und O für das Wickeln ausserhalb der eigenen vier Wände.

Nicht nur die Mitnahme von Windeln, sondern auch die richtigen Reinigungsartikel und Auflagen für das Wickeln unterwegs sind essentiell für eine positive Erfahrung für Eltern und Kind. Kontrollieren Sie auch, ob Sie die richtige Windelgrösse eingepackt haben.

Unterwegs richtig wickeln

Das Wickeltaschen so gross sind, hat einen guten Grund: Je mehr Sie mithaben, umso einfacher wird sich die zu Hause antrainierte Routine auch unterwegs fortsetzen lassen. Was Sie auf jeden Fall immer zur Hand haben sollten, sind genügend passende Windeln, Feuchttücher, Wundsalbe, Wechselwäsche, Desinfektionsspray und aus hygienischen Gründen eine eigene Wickelunterlage. Viele Kaufhäuser und Lokale bieten mittlerweile auch eigene Plätze zum Wickeln Ihres Babys an, die Ihnen die nötige Ruhe verschaffen. Im Notfall können Sie aber auch Ihren Kinderwagen zur Wickelzone umfunktionieren.

Um unterwegs die Geruchsbelästigung für Ihr Umfeld in Grenzen zu halten, sollten Sie auch immer luftdicht verschliessbare Plastiktüten für benutzte Windeln dabei haben. Diese können Sie dann problemlos überall entsorgen. Das Gleiche gilt auch für die Wickelunterlage – es gibt für das Wickeln unterwegs Einweg-Unterlagen, die Sie danach wegwerfen können, um unangenehme Gerüche in der Wickeltasche zu vermeiden.

Tipps für Profis: Damit Sie und Ihr Baby beim Wickeln auswärst keine bösen Überraschungen erlegen, sollten Sie die Wickeltasche vor jedem Ausflug überprüfen und auffüllen.


Stoffwindeln oder Einwegwindeln

Viele junge Eltern stellen sich die Frage: Welche Windeln wollen wir verwenden? Sie haben die Wahl zwischen Einwegwindeln und mehrfach verwendbaren Stoffwindeln. Beide haben ihre Vor- und Nachteile. Wir helfen Ihnen bei der Entscheidungsfindung.

Verschiedene Verschlussmodelle

Stoffwindeln werden mit Druckknöpfen, Klettverschluss oder Windelklammern verschlossen. Austauschbare Einlagen nehmen die Flüssigkeit auf.

Stoffwindel: umweltfreundlich, aber aufwendig

Wenn Sie weniger Müll produzieren möchten, dann greifen Sie zu Stoffwindeln. Sie sind sehr angenehm zu tragen und eignen sich insbesondere für Babys mit empfindlicher Haut. Zusätzlich bieten sie grössere Bewegungsfreiheit. Haben die Kleinen in die Windel gepinkelt, spüren sie dies eher selbst, zeigen es an und es besteht die Möglichkeit, dass sie schneller trocken werden.

Weitere Vorteile sind, dass Stoffwindeln häufig wiederverwendbar sind, bei sorgfältiger Hygiene sogar noch für die nachfolgenden Geschwisterchen. Sie wachsen mit dem Baby mit und die Einlagen können in der Toilette entsorgt werden.

Zu den Nachteilen gehört, dass Stoffwindeln nach dem Benutzen ein- bis zweimal bei 60 Grad gewaschen werden müssen, ehe sie wieder sauber und ausreichend saugfähig sind. Dadurch entstehen höhere Energiekosten. Ein weiteres Manko: Das Wickeln mit dieser Art von Windeln zu erlernen, benötigt viel Übung. Insbesondere unterwegs sind Stoffwindeln zudem umständlicher in Anwendung, Transport und Reinigung.

Zuverlässig und trocken

Wickeln mit den klassischen Einwegwindeln ist unkompliziert und geht schnell. Sie bieten lange Zeit zuverlässige Trockenheit ohne auszulaufen.

Einwegwindel: unkompliziert und praktisch

Mit klassischen Einweg- oder Wegwerfwindeln können Sie Ihr Baby schnell und unkompliziert wickeln. Sie sorgen dank starker Saugfähigkeit zuverlässig dafür, dass der Windelbereich trocken bleibt. In der Nacht kommt es seltener zum Auslaufen und trotzdem haben Babys in jeder Situation ausreichend Bewegungsfreiheit. Es gibt Modelle für jedes Körpergewicht in angenehmer Passform.

Besonders praktisch sind Einwegwindeln unterwegs oder auf Reisen, da sie leicht zu verstauen und problemlos zu entsorgen sind. Ausserdem sind die meisten Modelle recht dünn, sodass sie unter der Kleidung nicht knubbeln.

Der grösste Nachteil von Wegwerfwindeln ist, dass sie viel Müll produzieren. In Deutschland werden pro Tag etwa acht Millionen schmutzige Windeln entsorgt. Hinzu kommt, dass Babys durch das anhaltende Gefühl von Trockenheit möglicherweise nicht mitbekommen, wenn sie urinieren. In manchen Fällen werden sie später sauber oder der Po schneller wund. Empfindliche Babyhaut reagiert möglicherweise sensibel auf das Material von Einwegwindeln. Mit feuchtigkeitsspendender Babypflege können Sie dem jedoch vorbeugen.