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Die beliebtesten Schweizer Wanderlieder

Singen Sie mit uns
Lesen Sie alles über die Entstehung von Wanderliedern sowie die Geschichte & die schönsten Anekdoten der beliebtesten Schweizer Wanderlieder.

Singen Sie mit uns gemeinsam

Beim Wandern wurde schon immer gesungen und gejodelt. Wenn man die frische Luft geniesst, umgeben von der Natur und den vielfältigen Klängen und Sprachen ihrer Bewohner, dann gibt es oft nichts Schöneres, als auch selbst ein Wanderlied anzustimmen oder den Emotionen beim Jodeln freien Lauf zu lassen. Singen macht glücklich – keine Frage. Aber warum ist das so? Und warum singen wir so gerne, wenn wir Zeit in der Natur verbringen?

Wir beleuchten dieses Phänomen etwas genauer, werfen einen Blick auf die Geschichte von Wanderliedern und stellen Ihnen ausserdem die schönsten und beliebtesten Wanderlieder der Schweizer vor.

Warum Singen glücklich macht

Nicht jeder kann singen – aber jeder liebt es, zu singen. Dass es dabei oft nicht wichtig ist, wie unser Gesang klingt, ist nur ein Phänomen rund ums Singen. Singen macht ausserdem glücklich und ist - auch medizinisch gesehen - gesund für uns. Singt man gemeinsam mit anderen, soll der Effekt sogar noch stärker sein!

Fakt ist, dass das Singen weder aus der Evolution des Menschen noch aus seinem Leben – vom Säugling bis ins hohe Alter - wegzudenken ist. Mehr noch: Gemeinsames Singen steigert das Wohlbefinden, stärkt die Abwehrkräfte und Atmung, schützt vor Stimmproblemen und verbindet uns mit anderen Menschen über alle Generationen und Lebenslagen hinweg.

Gemeinsames Singen, von z.B. auch Wanderliedern, kann also tatsächlich helfen und sogar eine therapeutische Wirkung auf uns haben.

Wandern und singen – eine alte Liebesgeschichte 

Wir wissen: Wandern erfrischt die Seele und entspannt den Geist. Und singen ist gesund und macht glücklich. 

Kein Wunder also, dass die beiden kombiniert unter freiem Himmel beschwingend wirken und gute Laune bringen. Aber wann sind Wanderlieder eigentlich entstanden und wie haben sie den hohen Kultstatus erreicht, den sie heute nicht nur in der Schweiz geniessen?
 
Wanderlieder standen schon zu Zeiten des Wandervogels in einer Art Liebesbeziehung zueinander. Bei dem "Wandervogel" handelte sich um Bewegung, die 1896 in Berlin gegründet wurde, und die es zur Aufgabe machte, - weg von den gesellschaftlichen Vorgaben – in freier Natur eine eigene Lebensart zu entwickeln.

In den politischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts durchaus von Bedeutung, unterstrich die Wandervogel-Bewegung ihre Auftritte auch immer wieder durch lautstarkes Singen von Wanderliedern, womit sie - auch mit eigenen Liedern - Teil dieser Tradition wurde. Von dieser Zeit an wurde es mehr und mehr selbstverständlich, beim Wandern auch lautstark zu singen.

Eine Auswahl an Wanderliedern gab es damals übrigens bereits, denn die meisten der uns bekannten Wanderlieder entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts. Bevor wir uns die beliebtesten davon näher ansehen, werfen wir noch einen Blick auf eine noch ältere Tradition der Schweiz: das Jodeln.

Jodeln: die weltberühmte (Sing-)Sprache aus der Schweiz

Die Geschichte des Jodelns – so sagt es zumindest die Legende – geht bis in die Steinzeit zurück. Dabei bildet der Ruf von Berg zu Berg - also die Kommunikation von Alp zu Alp - den Ursprung des Jodelns. 

Beschreiben könnte man Jodeln als Gesang mit Wechsel von Brust- und Kopfregister auf Silben ohne Wortbedeutung. Vor allem in gebirgigen und unwegsamen Regionen haben sich eigene Naturjodel-Kommunikationsformen entwickelt, um sich von Hügel zu Hügel zu verständigen oder z. B. auch Kühe einzutreiben. 

Jodeln in Liedern bzw. das Singen von Jodelliedern im Chor kam allerdings erst im 19. Jahrhundert auf. Der Jodel und das Jodellied waren früher Alleingut der Hirten und Sennen. Sie brachten damit in der Bergeinsamkeit ihre Freude und Sorgen zum Ausdruck. Bis heute wurde diese Tradition übrigens aufrecht erhalten: Nach wie vor ziehen die Sennen im Frühling bei der Alpfahrt unter Jodel und Gesang mit ihren Herden auf die grünen Alpen. Und im Herbst, wenn sie ins Tal zurückkehren, nehmen sie mit einem letzten Jodel und Jauchzer von ihr Abschied. 

Die Liebe zur Natur und Heimat, zwei der wichtigsten Grundwerte der Schweiz, sind bis heute die zentralen Themen dieser einzigartigen Alpenmusik. Etwas, das wir aber auch in den schönsten Wanderlieder finden.

Die beliebtesten Wanderlieder

Vo Lozärn gäge Wäggis zue - Johann Lüthy

„Vo Lozärn gäge Wäggis zue“ ist eines der beliebtesten Wanderlieder der Schweiz und wurde von dem Schweizer Johann Lüthy im Sommer 1832 komponiert. Motivation war für den leidenschaftlichen Musiker die Erinnerung an die schönen Stunden, die er auf der Rigi verbringen durfte. Aus Dankbarkeit entstand das Lied nach Lüthys Schiffsreise von Luzern nach Weggis. 

Hier noch einmal der Text für Sie: 

  1. Vo Lozärn gäge Wäggis zue
    Holje-guggu, holje-guggu
    Bruucht me weder Strömpf no Schueh
    Holje-guggu, holje-guggu

    Hoduliduli hopsassa holje-guggu, holjeguggu
    Hoduliduli hopsassa holje-guggu-guggu

  2. Fahre im Schiffli öbere See
    Holje-guggu, holje-guggu
    Um die schöne Meitli z’gseh
    Holje-guggu, holje-guggu

    Hoduliduli hopsassa holje-guggu, holjeguggu
    Hoduliduli hopsassa holje-guggu-guggu

  3. "Meiteli, trink mer ned z’vel Wy
    Holje-guggu, holje-guggu
    S’Gäud das muess verdienet sy"
    Holje-guggu, holje-guggu

    Hoduliduli hopsassa holje-guggu, holjeguggu
    Hoduliduli hopsassa holje-guggu-guggu

Wer recht in Freuden wandern will - Emanuel Geibel

Das bekannte Wanderlied wurde nur wenige Jahre nach „Vo Lozärn gäge Wäggis zue“ komponiert, nämlich 1839 von dem deutschen Dichter und Theaterautor Emanuel Geibel. Interessant ist dabei, dass Geibel das Lied noch vor seinen ersten Veröffentlichungen als Dichter schrieb. Dass sein Text zu einem der bekanntesten Wanderlieder im deutschsprachigen Raum werden würde, konnte er damals wohl kaum erahnen.

Gehen wir als gemeinsam der Sonne entgegen…

  1. Wer recht in Freuden wandern will,
    der geht der Sonn entgegen.
    Da ist der Wald so kirchenstill,
    kein Lüftchen mag sich regen.
    Noch sind nicht die Lerchen wach,
    nur im hohen Gras der Bach singt leise den Morgensegen.

  2. Die ganze Welt ist wie ein Buch,
    darin uns aufgeschrieben
    in bunten Zeilen manch ein Spruch,
    wie Gott uns treu geblieben;
    Wald und Blumen, nah und fern,
    und der helle Morgenstern
    sind Zeugen von seinem Lieben.

Wer recht in Freuden wandern will - Strophe 3 bis 5

  1. Da zieht die Andacht wie ein Hauch
    durch alle Sinnen leise;
    da pocht ans Herz die lieb auch
    in ihrer stillen Wiese,
    pocht und pocht, bis sich's erschliesst
    und die Lippe überfliesst
    von lautem, jubelndem Preise.

  2. Und plötzlich lässt die Nachtigall
    im Busch ihr Lied erklingen;
    im Berg und Tal erwacht der Schall
    und will sich aufwärts schwingen,
    und der Morgenröte Schein
    stimmt in lichter Glut mit ein:
    Lasst uns dem Herrn lobsingen!

  3. Der Spiess, der hat ein dickes Buch,
    Darin ist aufgeschrieben:
    Wer seine Stiefel nicht geputzt
    Und wer vom Dienst geblieben;
    Noch ist nicht der Hauptmann wach,
    Und der Spiess, der schlägt schon Krach,
    Das ist unser Morgensegen!

Im Frühtau zu Berge - Olof Thunman

… Falera! Wir kennen es alle - aber wussten Sie, dass es sich dabei um eine deutsche Version des schwedischen Wanderlieds „Vi gå över daggstänkta berg“ handelt? Geschrieben wurde es von dem schwedischen Maler und Dichter Olof Thunman 1908 – die erste deutsche Übersetzung wurde 1917 von dem deutschen Künstler Rober Kothe veröffentlicht. Über die Komposition der Melodie herrscht übrigens bis heute keine Einigkeit. Es soll aber ebenfalls nach einer traditionellen, schwedischen Melodie verfasst worden sein.

  1. Im Frühtau zu Berge wir ziehn,
    Falera
    Es grünen die Wälder und Höh'n,
    Falera
    Wir wandern ohne Sorgen
    Singend in den Morgen
    Noch ehe im Tale die Hähne krähen.

  2. Ihr alten und hochweisen Leut',
    Falera
    Ihr denkt wohl wir wären nicht gescheit,
    Falera
    Wer sollte aber singen
    Wenn wir schon Grillen fingen
    In dieser so herrlichen Frühlingszeit.

  3. Werft ab alle Sorgen und Qual,
    Falera
    Kommt mit auf die Höhen aus dem Tal,
    Falera
    Wir sind hinaus gegangen
    Den Sonnenschein zu fangen

Das war unser Ausflug in eine der schönsten Schweizer Traditionen. Wir hoffen, dass wir Ihnen die Faszination rund um unsere Wanderlieder etwas näher bringen konnten und Sie ab jetzt noch lauter und öfter singen werden. :) 
 
Wenn Sie mit uns weiter die wunderbare Welt des Wanderns eintauchen möchten, besuchen Sie uns doch auf Schwiiz i ha di gärn.

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