Was ist Microneedling und was bringt es?

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Mit feinsten Nadeln gegen Falten? Was hinter Microneedling steckt und welche Pflegeschritte nach der Beauty-Behandlung nötig sind, erfahren Sie hier.

Microneedling: Die wichtigsten Fakten

Fast jedes Kosmetikstudio hat Microneedling im Programm – aber was passiert bei der Behandlung eigentlich und inwiefern kann die Haut davon profitieren?

Was ist Microneedling und was passiert bei der Behandlung?

Microneedling (auch Mesotherapie genannt) bedeutet übersetzt "feine Nadelstiche" – und genau darum geht's auch: Beim Microneedling wird die Haut mit kleinen Nadeln minimal verletzt. Das soll die Selbsterneuerung der Haut anregen.

Die Behandlung erfolgt für gewöhnlich im Kosmetikstudio. Als Werkzeug dient dabei:

  • ein Dermaroller bzw. Micro-Needle-Roller: eine mit winzigen Nadeln besetzte Walze zum Rollen
  • oder ein Microneedling-Pen bzw. Dermapen: ein elektrischer Stift mit vibrierenden Nadeln an der Spitze

Was bringt eine Microneedling-Behandlung?

Die Idee hinter dem Microneedling-Verfahren: In der Regel erneuert sich unsere Haut etwa alle 28 Tage. Mikroverletzungen durch die winzigen Nadelstiche regen das Hautgewebe an, sich schneller zu erneuern – wodurch frische Haut zum Vorschein kommt.

Microneedling im Gesicht kann Falten minimieren, solange sie nicht zu tief sitzen. Der Teint wirkt nach der Microneedling-Behandlung ausserdem rosig und frisch. Gut zu wissen: Je nach Tiefe der Nadelstiche kann das Microneedling Narben, Dehnungsstreifen oder Cellulite reduzieren.

Wann ist von einer Microneedling-Behandlung abzuraten?

Wenn Ihre Haut sehr empfindlich ist oder Sie unter aktiver Akne leiden, sollten Sie von der Microneedling-Behandlung lieber absehen. Ebenso wenig empfiehlt sich das Verfahren bei wunder oder entzündeter Haut, Ausschlägen, Herpes oder Rosazea/Couperose.

Die feinen Nadeln würden die ohnehin gereizte oder verletzte Haut zu stark belasten. Fragen Sie im Zweifel Ihren Hautarzt um Rat, ob Microneedling für Sie infrage kommt oder nicht.

Das geht unter die Haut

Das kosmetische Microneedling nutzt die natürliche Regenerationsfähigkeit der Haut und kurbelt ihre Kollagenproduktion an – was Falten reduzieren kann.

Verschiedene Microneedling-Verfahren

Die Länge der feinen Nadeln und die Tiefe der Nadelstiche entscheidet darüber, wie gross der Effekt der Microneedling-Behandlung ist. Man unterscheidet vor allem:

  • Kosmetisches Microneedling mit kurzen Nadeln (0,1 bis 0,3 Millimeter), die nur die oberste Hautschicht durchdringen. Kosmetisches Microneedling kommt bei ersten Falten oder grossen Poren zum Einsatz. Lassen Sie sich im Kosmetikstudio oder beim Hautarzt beraten.
  • Medizinisches Microneedling geht tiefer – bis zu 3 Millimeter. Die feinen Nadeln stechen auch in die Lederhaut (Dermis) hinein und regen die Kollagenproduktion der Haut an. Tiefere Falten lassen sich damit behandeln. Dermatologen bieten diese Art von Microneedling gegen Narben an, zum Beispiel auch, um Aknenarben zu reduzieren.

Auch zu Hause ist Microneedling möglich: Mit einem Skin Roller, der mit kürzeren Nadeln besetzt ist, können Sie auch daheim ein Microneedling durchführen. Der Effekt kann mit Profi-Behandlungen allerdings nicht mithalten.

Microneedling zu Hause: Wie funktioniert's in Eigenregie?

Microneedling-Roller gibt es auch für den Hausgebrauch. Allerdings ist die Anwendung nicht ganz einfach und nur für Menschen mit gesunder, normaler Haut geeignet. Wenn Ihre Haut spezielle Bedürfnisse hat, sollten Sie die Behandlung lieber einem Profi überlassen.

Ganz wichtig bei der Microneedling-Anwendung zu Hause: Achten Sie auf Hygiene! Das heisst: den Nadelroller vor und nach jeder Nutzung ordentlich abwaschen und desinfizieren. Reinigen Sie Ihr Gesicht zudem gründlich, bevor Sie mit dem Nadelroller darüberfahren.

So geht’s:

  1. Machen Sie es sich vor einem Spiegel bequem und leuchten Sie Ihr Gesicht gut aus.
  2. Fahren Sie mit dem Microneedling-Roller vorsichtig erst vertikal, dann horizontal und schliesslich diagonal über das Gesicht. Üben Sie dabei nur ganz leichten Druck aus – die Nadelstiche sollten kaum spürbar sein.
  3. Desinfizieren Sie Ihr Gesicht nach dem Microneedling – so verhindern Sie, dass sich die feinen Nadelstiche in Ihrer Haut entzünden. Nicht erschrecken, wenn Ihre Haut dabei brennt.
  4. Gönnen Sie Ihrer Gesichtshaut nach der Behandlung eine Pause und eine Extraportion Pflege.

Idealerweise testen Sie das Verfahren beim Profi, bevor Sie selbst Hand anlegen. Dann wissen Sie nicht nur, was auf Sie zukommt, sondern können sich auch individuell beraten lassen.

Wie viele Behandlungen mit Microneedling sind nötig?

Die Hautreizungen durch das Microneedling können die Kollagenproduktion anregen und so zum Beispiel Fältchen mindern. Das braucht allerdings Zeit und für sichtbare Effekte sind mehrere Anwendungen nötig.

Für ein frischeres, rosigeres Hautbild genügen oft schon wenige kosmetische Microneedling-Behandlungen. Aber wenn Sie etwa Falten damit reduzieren wollen, rechnen Sie eher mit sechs bis acht Sitzungen im Abstand von jeweils zwei Wochen zwischen den einzelnen Behandlungen.

Mehr Anwendungen sind notwendig, wenn Sie Narben oder ausgeprägte Cellulite-Dellen mit medizinischem Microneedling loswerden wollen. Hierbei muss die Hauterneuerung häufiger angeregt werden, um einen zufriedenstellenden Effekt zu erzielen.

Microneedling: Wie oft ist eine Behandlung möglich?

Wie lange beim Microneedling der Abstand zwischen den Behandlungen dauert, hängt davon ab, wie tief die Nadeln in die Haut stechen:

Beim kosmetischen Microneedling mit Nadeln bis zu 0,3 Millimetern Länge genügt ein Abstand von etwa einer Woche zwischen den einzelnen Sitzungen. Sind die Nadeln bis zu 1,0 Millimeter lang, empfiehlt sich eine Pause von mindestens zwei Wochen zwischen den Microneedling-Behandlungen.

Beim medizinischen Microneedling wird noch tiefer in die Haut eingestochen, sodass die Pausen zwischen den Behandlungen länger dauern – bis zu vier Wochen bei einer Nadellänge zwischen 1,0 und 1,5 Millimeter und mindestens acht Wochen zwischen den einzelnen Sitzungen bei einer Nadellänge über 1,5 Millimeter.


Nach dem Microneedling: Was muss man beachten?

Es ist ganz normal, dass sich die Haut nach dem Microneedling rötet oder vielleicht sogar anschwillt – beides verschwindet für gewöhnlich nach spätestens zwei Tagen von selbst. Dennoch gilt es jetzt, besonders sanft zur Haut zu sein und ihre Selbstheilungskräfte zu unterstützen.

Pflege-Tipps für gereizte Haut

Milde Cremes

Fragen Sie am besten Ihren Kosmetiker oder Dermatologen, welche Creme sich direkt nach dem Microneedling eignet. In vielen Fällen bekommen Sie ein Pflegeprodukt für die nächsten Tage mit.

Es sollte die Haut beruhigen und sie mit Feuchtigkeit sowie Nährstoffen versorgen – nach dem Microneedling ist die Haut besonders aufnahmefähig für pflegende Nährstoffe. Ansonsten gilt: Mit extra milden Feuchtigkeitscremes für empfindliche Haut machen Sie nichts falsch.

Sanfte Reinigungsprodukte

Auch bei der Gesichtsreinigung verwenden Sie nach der Microneedling-Behandlung am besten Produkte, die speziell für empfindliche Haut entwickelt wurden. Das heisst: Achten Sie insbesondere auf Formeln ohne Alkohol und ohne Säuren wie z. B. Salizylsäure.

Peeling-Pause

Auch wenn Peelings als kleine Abreibung für Ihre Haut diese sonst zum Strahlen bringen, jetzt wäre das Beauty-Ritual zu viel für die gestresste Haut. Verzichten Sie daher für rund drei Wochen auf Peelings, damit sich die Haut in Ruhe regenerieren kann.

Microneedling: Wie lange kein Make-up?

Lassen Sie Ihrer Haut ein paar Tage Zeit, um sich von den Nadelstichen zu erholen, bevor sie  nach einer Microneedling-Behandlung wieder Make-up auflegen. Denn im Anschluss ans Microneedling ist die Haut noch sehr gereizt und könnte auf kosmetische Produkte empfindlich reagieren.

Achtung: Auch von Selbstbräuner ist in den Tagen nach der Behandlung abzuraten, da ein gewisses Risiko für Hautentzündungen dadurch besteht. Wenn Ihre Haut sich wieder beruhigt hat, spricht aber nichts dagegen, Ihre gewohnte Beauty-Routine wiederaufzunehmen.

Schonzeit für die Haut: Wie lange ist sie rot?

Nach der Microneedling-Behandlung kann die Haut wie bei einem Sonnenbrand gerötet sein. Normalerweise klingen die Hautrötungen im Laufe eines Tages aber wieder ab. Manchmal kann es auch bis zu zwei Tage dauern, bis die Haut nicht mehr rot erscheint.

Tipp: Planen Sie Ihren Microneedling-Termin für den Abend ein – dann hat Ihre Haut über Nacht Zeit, sich zu beruhigen und mit etwas Glück haben die Rötungen bereits am Morgen danach wieder nachgelassen.

Microneedling: Wie lange keine Sonne?

Für etwa drei Wochen nach der Behandlung reagiert die Haut sehr empfindlich auf Sonnenlicht – insbesondere Pigmentflecken entstehen dann schnell.

Meiden Sie in dieser Zeit ausgedehnte Sonnenbäder und tragen Sie einen hohen Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor (LSF) 50 oder mehr auf, wenn Sie nach draussen gehen. Das Solarium sollten Sie währenddessen ebenfalls ausfallen lassen.

Sonnenschutz nach dem Microneedling

Schützen Sie Ihre Haut nach der Microneedling-Behandlung noch mehr vor der Sonne als sonst. Tipp: Am besten legen Sie die Needling-Termine in die Herbst- oder Wintermonate, dann fällt es ein wenig leichter, der Sonne aus dem Weg zu gehen.

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