Tierwelt Schweiz

Schweizer Tierwelt in den Bergen

Gämse, Murmeltier und Co.
Entdecken Sie die Tierwelt der Schweizer Berge! Erfahren Sie mehr über die Lebensweise von Murmeltier, Steinbock, Gämse und Wildbiene.

Schweizer Tierwelt DER BERGE

Bei entspannenden Wanderungen in den herrlichen Schweizer Bergen kann eine grosse Anzahl von Tieren beobachtet werden. Die Kunst ist, zu wissen, wonach Sie Ausschau halten sollten.Tiere wie Steinböcke, Gämse, Murmeltiere und die viel zu wenig geschätzte Wildbiene, können Sie auf Ihrem Weg über saftige, blühende Weiden bis hoch über die Baumgrenze hinaus begleiten. Lassen Sie sich von ihrer Leichtigkeit, ihrem Anmut oder ihrer Robustheit begeistern.

Für ein unvergessliches Erlebnis lohnt es sich deshalb, in ein kleines Fernglas zu investieren. Dadurch lassen Sie den Wildtieren ihren Freiraum und können sie trotzdem auch aus der Ferne gut beobachten.Welche Tierwelt Sie bei Ihrem Aufstieg in die Schweizer Berge begleiten wird, wollen wir Ihnen hier vorstellen. Machen Sie sich bereit und erfahren Sie kurz und bündig die wichtigsten Informationen zu Lebensraum und Lebensweise von Wildbiene, Murmeltier, Gämse und Steinbock!

Der Steinbock

Heute ist es keine Seltenheit mehr, dass bei Wanderungen ein Steinbock aus der Entfernung erspäht werden kann. Bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sah das allerdings anders aus. Der Steinbock war in der Schweiz gänzlich ausgerottet. Vor ungefähr 100 Jahren wurde dann der erste Steinbock wieder neu angesiedelt und mittlerweile tummeln sich rund 15.000 Steinböcke in den Schweizer Bergen.


Der Steinbock in den Schweizer Bergen

Ähnlich wie die kleinere Gämse, ist der Steinbock ein wahrer Kletterkünstler. Steiles, unzugängliches Gelände ist sein Lebensraum und dort kommt er auch mit karger Nahrung aus. Sein Talent, auch auf glattem und schwierigem Terrain nicht den Halt zu verlieren, verdankt der Steinbock nicht nur seinem untrüglichen Gleichgewichtssinn, sondern vor allem seinen Hufen. Ihre besondere Beschaffenheit gibt ihm den Halt, den er für seine waghalsigen Spaziergänge benötigt. Perfekt an das Gelände angepasst, verfügen die Hufe aussen über einen harten Rand und innen über weiche haftende Ballen. Seine starken und kräftigen Beine ermöglichen es ihm, auch aus dem Stand mehrere Meter hoch und weit zu springen.

Einen Steinbock erkennen

Seine Verwandtschaft mit der Ziege zeigt sich unter anderem bei den Steinbock-Männchen am Kinnbart, den sie wie Ziegen-Männchen tragen. Ein weiteres, sehr auffallendes Kennzeichen des Steinbockes sind seine Hörner. Weibchen bekommen nur etwa 20 Zentimeter lange Hörner, während die Hörner der Steinbock-Männchen bis zu einem Meter lang und bis zu 15 Kilogramm schwer werden können. Dadurch werden sie zu einem wahrlich imposanten Vertreter der Schweizer Tierwelt. Das Alter des Tieres lässt sich ausserdem sehr einfach an den Zuwachsringen des Hornes erkennen. 15 Zuwachsringe würden deshalb auf einen 15 Jahre alten Steinbock schliessen lassen.

Lebensraum des Steinbock

Der Alpensteinbock ist in den Schweizer Bergen im Hochgebirge zu finden. Er ist deshalb bei Wanderungen über die Baumgrenze hinaus, also bis in etwa 2500 bis 3000 Metern Höhe, anzutreffen oder zu erspähen. Felsige Regionen und Gebiete mit Geröll, in denen Gestrüpp wächst, zählen zu seinem bevorzugten Lebensraum. Wälder sind selten seine Heimat und nur dann, wenn die Steinböcke im Frühjahr in höheren Lagen kein Futter mehr zum Fressen vorfinden. Der Hunger nach einem langen Winter lässt dann saftige Knospen und frische Grashalme besonders verführerisch erscheinen. Ähnlich wie die Gämse, ziehen sie sich in den Sommermonaten in höhere Lagen zurück und wandern im Winter wieder tiefer an sonnige Süd- und Südwesthänge.

Nahrung des Steinbocks

Die Nahrungsgrundlage des Steinbockes im Sommer besteht vorwiegend aus Gräsern. Im Winter fressen sie dann auch Polsterpflanzen und Holzgewächse, die der Steinbock über den Tag sucht.
 

Verhalten gegenüber Steinböcken

Steinböcke können in manchen Gebieten weniger scheu auf Menschen reagieren. Annäherungen bis auf 20 Meter oder weniger lösen erst dann eine Flucht aus. In anderen Gebieten können Tiere vor allem Skifahrer und Snowboarder als Gefahr wahrnehmen, die sie zur Flucht treiben. Halten Sie auf jeden Fall einen vernünftigen Abstand zu den Tieren. So schützen Sie sowohl sich und Ihre Familie als auch den Steinbock.

Das Murmeltier

Ein besonders süsser und beliebter Bewohner der Schweizer Alpen ist das Murmeltier. Meist ist das Murmeltier zu hören, bevor es ein eifriger Wanderer zu Gesicht bekommt. Bei Gefahr geben sie ein unüberhörbares Pfeifen von sich, das ihre Artgenossen warnt. Diese ziehen sich darauf hin in ihre Höhlen zurück.

Das Murmeltier in den Schweizer Bergen

Das Alpenmurmeltier lebt in Familien mit bis zu 15 Mitgliedern in Höhlen auf offenem Feld. Da sie keinen Sichtschutz durch Wälder oder Sträucher haben, können sie bei Wanderungen in den Bergen leicht entdeckt werden. Durch ein ausgeklügeltes Höhlensystem sind die Murmeltierbauten miteinander verbunden. Sie benötigen deshalb einen Boden mit genug Substanz, um ihr Zuhause bauen zu können. Zum Fressen kommen sie an die Oberfläche, wobei ein Tier immer Wache steht und die anderen vor Feinden wie Menschen, Raubvögeln oder Füchsen warnen.

Ein Murmeltier erkennen

Das Murmeltier ist ein Nagetier und hat einen langen, sehr kräftigen Körper. Mit seiner Grösse zwischen 40 bis 50 Zentimeter und seinem bis zu 20 Zentimeter langen Schwanz gehört es zu den drittgrössten Nagetieren in Europa. Nur der Biber und das Stachelschwein sind grösser. Wie so oft im Tierreich, ist das Männchen grösser und schwerer als das weibliche Tier. Auffallend sind vor allem die kräftigen Schultern und die kürzeren, dafür kräftigeren Vorderbeine, die als Grabpfoten ausgebildet sind. Die Fellfärbung der Murmeltiere kann sehr unterschiedlich sein und sich von Grau bis Rötlichbraun am Rücken erstrecken.

Lebensraum des Murmeltiers

Das Murmeltier ist in den Alpen verbreitet, wobei sie nur in einigen Regionen anzutreffen sind und in manchen auch nur, weil sie dort angesiedelt wurden. Es lebt über der Baumgrenze bis maximal 3000 Meter und ist nie unter 800 Höhenmetern anzutreffen. Auch sie bevorzugen die Südhänge der Berge, weil diese im Frühjahr wieder relativ rasch schneefrei sind. Ihr Lebensraum befindet sich nur dort, wo auch der sogenannte "alpine Rasen" existiert, der die Grundlage für ihre Nahrung darstellt. Dazu muss der Boden auch noch dick genug sein, damit sie ihren Bau graben können.

Nahrung des Murmeltieres

Das Murmeltier passt seine Ernährung an die verfügbare Nahrung an. Die Nahrungsgrundlage des Murmeltieres besteht im Frühjahr etwa aus Wurzeln und Zwiebeln, saftigen Kräutern und deren Blüten. Im Sommer nimmt dann der Anteil an Gräsern, Früchten und Samen deutlich zu und sie fressen am Tag zwischen 1 und 1,5 Kilogramm Pflanzen.

Verhalten gegenüber Murmeltieren

In manchen Gebieten haben Murmeltiere ihre Scheu gegenüber Menschen verloren und mit etwas Glück fressen einem die Tiere dann sogar direkt aus der Hand. Für Familien mit Kindern ein besonderes Erlebnis. Wer Murmeltiere füttern will, der kann zu Karotten, Erdnüssen und Salat greifen. Sind die Tiere allerdings eher schreckhaft und scheinen vor Menschen Angst zu haben, sollte eine Annäherung vermieden werden, damit die Tiere keinem Stress ausgesetzt werden.

Die Wildbiene

Klein, schwarz-gelb-gestreift und mit einem leisen Summen fliegt sie von Blüte zu Blüte - die Rede ist von der Wildbiene. Beinahe in allen Höhen, in der es noch blühende Pflanzen gibt, ist sie anzutreffen. Während der Bienenflug in der Stadt und am Land meist kein Gehör mehr findet, ist es in der Stille der Berge ein willkommener Klang.

Die Wildbiene in den Schweizer Bergen

Wildbienen sind eng mit der Honigbiene verwandt. Während diese in den letzten Jahren über den Winter viele Bienenvölker verloren hat, kann die heimische Wildbiene dabei helfen, Bestäubungsengpässe zu überbrücken. Vor allem Obstbauern spüren es verstärkt, wenn sich weniger Bienen für diese Zwecke in die Lüfte erheben. Die Rolle der wilden Biene ist deshalb nicht zu unterschätzen. Manche Arten fliegen auch bei schlechtem Wetter, manche bestäuben Blüten, die von der Honigbiene nicht besucht werden. In der Schweiz sind dabei über 600 Arten von Wildbienen sowohl in Städten als auch in privaten Gärten und in den Schweizer Bergen vertreten. Allgemein lässt sich sagen, dass durch die Artenvielfalt der Wildbiene eine höhere Anzahl von unterschiedlichen Blüten bestäubt werden kann.

Besonderheiten der Wildbiene

Zu den Besonderheiten der Wildbiene gehört, dass sie in vielen Fällen keinen Honig produziert. Auch die Grösse kann sich je nach Art sehr unterscheiden. Von der 3 Millimeter grossen Steppenbiene bis zur 3,5 Zentimeter grossen Königin der Erdhummeln. Sie nisten in vielen Fällen im Boden oder in Hohlraumnistern, aber auch verlassene Schneckenhäuser können der Wildbiene eine Heimat bieten.

Lebensraum der Wildbiene

Die Wildbiene hat einen hohen Anspruch an ihren Lebensraum. Vor allem muss sie genügend Nistplätze vorfinden, damit sie gedeihen kann. Das können auch gekaufte, oder selbst gebastelte „Insektenhotels“ sein. Wichtiger als der Nistplatz ist allerdings die Distanz zwischen Nest- und Futterpflanzen. Diese sollte so gering wie möglich sein. Die idealen Rahmenbedingungen, wie wir sie genannt haben, sorgen dafür, dass der Anteil der gefährdeten Wildbienen-Arten besonders hoch ist.

Nahrung der Wildbiene

Nicht jede Pflanze kann die Ansprüche aller Wildbienen erfüllen. Dazu kommt, dass die unterschiedlichen Arten auch unterschiedliche Flugzeiten haben. Deshalb gilt: Je beständiger das Blütenangebot vom Frühjahr bis in den Herbst, desto grösser ist die Anzahl von Wildbienen-Völkern, die in einer Region vorkommen können. Wildbienen, die in den Schweizer Bergen beheimatet sind, greifen natürlich auf das dort verfügbare Blütenangebot zurück.

Verhalten gegenüber Wildbienen

Bienen werden viel zu oft einfach nicht bemerkt, oder nur dann, wenn sie an unseren Getränken und Nahrungsmitteln naschen wollen. Dabei ist die Wildbiene wahrlich ein beeindruckendes und absolut notwendiges Element der Tierwelt in der Schweiz. Nehmen Sie sich doch einfach bei einer Wanderung an einer blütenreichen Wiese die Zeit, auf das Summen der vielen Wildbienen zu hören und sie auf ihrem Flug zu beobachten. Wer sich Wildbienen gegenüber ruhig verhält, muss auch nicht mit einem schmerzhaften Stich rechnen. In den meisten Fällen sind sie durchaus ruhige Zeitgenossen.

Die Gämse

Bei Wanderungen durch die Schweizer Berge wird man ihr sicherlich begegnen - der Gämse. Oftmals erkennt man sie schon aus der Ferne, als kleine, sich bewegende Punkte an Steilwänden, die kein Mensch ohne Hilfsmittel je erklettern könnten.

Flink wie eine Gämse in den Schweizer Bergen

Mit beeindruckenden und unglaublichen Bewegungen bewegen sich Gämse durch die Schweizer Berge. Keine Felsspalte ist zu klein, kein Vorsprung zu schmal und keine Wand zu steil - die Gämse findet ihren Weg überall hin. Die Gämse schaffen das aber nur, weil sie über besondere Hufe verfügen. Diese sind wie rutschfeste Gummisohlen, die ihr praktisch überall Halt bieten. Deshalb ist es auch kein seltener Anblick, wenn man sie an steilen, glatten Staudamm-Wänden gemütlich an Gräsern kauen sieht.

Eine Gämse erkennen

Wer weiss, wie eine Ziege aussieht, der wird auch eine Gämse schnell erkennen können, denn beide Tiere sind miteinander verwandt. Ebenso wie die Ziege trägt nämlich auch die Gämse Hörner. Als besonderes Kennzeichen fällt die schwarz-weisse Fellzeichnung mit zwei Streifen am Kopf auf. Der sogenannte "Gämsbart" hat die Gämse für Jäger so besonders gemacht, dass sie unter Schutz gestellt werden musste. Dieser wird aus den Rückenhaaren des Gamsbockes für Trachtenbärte hergestellt. Im Winter kann er bis zu 20 cm lang werden. Den Gämsen dienen diese Rückenhaare im aufgestellten Zustand dazu, grösser zu erscheinen und imposanter zu wirken. Als Trophäe und Zeichen für eine erfolgreiche Jagd werden sie immer noch als Schmuck am Hut eines Jägers getragen.

Lebensraum der Gämse

Die Gämse ist nicht nur in den Schweizer Bergen zu finden, sondern allgemein in den Alpen und im europäischen Raum. Sie lebt ganzjährig bevorzugt in höheren Lagen, oberhalb der Waldgrenze. Die dort gelegenen, kräuterreichen Weiden und felsigen Steilhänge bieten ihr einen optimalen Lebensraum. Sobald die Temperaturen sinken, zieht sich die Gämse in etwas tiefere Lagen als im Sommer zurück. Sonnenreiche Hänge, die schnell wieder frei von Schnee sind, werden dabei von ihr bevorzugt.

Nahrung der Gämse

Die Nahrungsgrundlage der Gämse im Sommer besteht aus Gräsern, Kräutern und Blätter. Im Winter stellt sich ihr Magen auf eine faserreiche Nahrung um und so frisst sie junge Triebe, Flechten und Mose.

Verhalten gegenüber Gämsen

Gämse sind sehr schreckhafte Tiere, die bereits aus einer relativ weiten Entfernung aufgescheucht werden können. Bereits eine Annäherung auf 100 bis 300 Meter kann schon dazu führen, dass sie die Flucht ergreift. Das ist für die Gämse besonders stressig, deshalb ist es empfehlenswert, ihr ihre Ruhe zu lassen und sie aus weiter Entfernung mit einem Fernglas zu beobachten. Oder ihre nahe Verwandte, die Ziege, im Streichelzoo zu besuchen.

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